Winterwetter legt weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm
Winterwetter legt weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Der Bahnverkehr in Deutschland steht seit Freitag, dem 9. Januar, unter massivem Druck. Auslöser ist das Sturmtief „Elli“. Schnee, Eis und Sturm behindern den Betrieb. Besonders betroffen ist der Norden. Reisende müssen mit Ausfällen, Verspätungen und Umleitungen rechnen, ähnlich wie beim Chaos bei Flug- und Bahnverkehr in früheren Extremwetterlagen. Der Fernverkehr wurde in mehreren Regionen zeitweise vollständig eingestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Sturmtief Elli in Deutschland

Seit der Nacht zum Freitag sorgt das Tiefdruckgebiet für extreme Wetterlagen. Schnee und Eis breiteten sich rasch aus. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn war bundesweit betroffen. Besonders stark traf es Norddeutschland. Auch der Regionalverkehr geriet unter Druck. Die Bahn forderte Fahrgäste auf, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben.

Bereits am Donnerstagnachmittag, dem 8. Januar, reagierte das Unternehmen. Erste Einschränkungen traten in Kraft. Strecken wurden reduziert. Teilweise kam es zu kompletten Betriebseinstellungen. Der Schutz von Fahrgästen, Personal und Fahrzeugen stand im Vordergrund, was auch im Zusammenhang mit dem Fahrplanwechsel 2026 erneut an Bedeutung gewinnt.

Fernverkehr Norddeutschland

Am Freitag wurde der Fernverkehr im Norden vorübergehend eingestellt. Die Wiederaufnahme ist schrittweise geplant. Ab Samstagmittag sollen erste Züge wieder fahren. Der Fokus liegt auf der Achse Berlin–Hannover–Ruhrgebiet. Dennoch bleiben bundesweit Einschränkungen bestehen.

Am Freitag waren unter anderem folgende Strecken betroffen:

  • Westerland oder Kiel und Hamburg
  • Hamburg und Berlin
  • Hannover und Berlin
  • Hannover und Ruhrgebiet
  • Berlin und Kassel-Wilhelmshöhe
  • Norddeich oder Emden und Hannover oder Ruhrgebiet
  • Binz, Stralsund oder Rostock und Berlin

Auch am Samstag bleiben mehrere internationale und nationale Verbindungen eingestellt. Dazu zählen Strecken Richtung Kopenhagen, Amsterdam und einzelne Nord-Süd-Achsen.

Geschwindigkeit und Technik

Zusätzlich senkte die Bahn auf ausgewählten Schnellfahrstrecken die Höchstgeschwindigkeit. Grund ist die Gefahr durch Eisabwurf. Die Maßnahme dient dem Schutz von Zügen und Infrastruktur. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um bis zu 30 Minuten. Anschlussverluste sind möglich, was Reisende auch von der Bahnreise im Sommer 2025 kennen.

Weiterhin betroffen sind unter anderem:

  • Wolfsburg und Berlin
  • Hannover und Würzburg
  • Frankfurt und Köln

Im Regionalverkehr drohen Verspätungen und Teilausfälle. Diese können laut Bahn bis Sonntag, den 11. Januar, andauern. Besonders Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg stehen im Fokus. In Braunschweig wurde der Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt.

Winterkulanz und Fahrgastrechte

Für Tickets, die bis einschließlich 7. Januar gekauft wurden, gilt eine Sonderkulanz. Sie betrifft Reisen zwischen dem 8. und 10. Januar. Die Zugbindung ist aufgehoben, Tickets sind flexibel nutzbar. Auch alternative Routen sind erlaubt. Sitzplatzreservierungen lassen sich kostenfrei stornieren. Gesetzliche Fahrgastrechte bleiben bestehen.

Innerhalb der Europäischen Union gelten klare Regelungen:

  • Ab 60 Minuten Verspätung gibt es 25 Prozent Entschädigung.
  • Ab 120 Minuten sind es 50 Prozent des Fahrpreises.
  • Bei Extremwetter entfällt eine Zusatzentschädigung.
  • Erstattung oder Ersatzbeförderung bleibt möglich.
  • Nachts zwischen 0 und 5 Uhr ist ein Taxi bis 120 Euro erlaubt.
  • Übernachtungskosten werden bei Bedarf übernommen.

Anträge lassen sich online über „bahn.de“, den DB Navigator oder per Formular stellen. Zusätzlich wurde eine kostenfreie Sonder-Hotline unter der Nummer 08000 996633 eingerichtet.

Sicherheitsgründe im Winter

Extreme Wetterlagen sind technisch nur begrenzt beherrschbar. Weichen, Oberleitungen und offene Strecken sind besonders anfällig. Von 65.000 Weichen im Netz sind rund 49.000 beheizt. Dennoch können Eisbrocken und Schneeverwehungen Blockaden verursachen. Manuelle Räumungen bleiben oft unvermeidlich.

Gefrierender Regen kann Oberleitungen vollständig lahmlegen. Strom fließt dann nicht mehr. In solchen Fällen hilft nur ein Wetterumschwung. Bei starken Schneeverwehungen setzt die Bahn zusätzliche Technik ein. Dazu gehören schwere Dieselloks, sogenannte Spurloks, sowie Schneepflüge. Der Betrieb wird angepasst. Sicherheit hat Vorrang.

Quelle: REISEREPORTER, SN2 WORLD

FAQ

Was ist das Sturmtief Elli?

Das Sturmtief Elli ist ein Tiefdruckgebiet, das seit der Nacht zum 9. Januar in Deutschland für Schnee, Eis und Sturm sorgt und den Bahnverkehr stark beeinträchtigt.

Welche Regionen sind besonders vom Winterchaos betroffen?

Besonders betroffen sind Norddeutschland sowie Teile Ostdeutschlands. Einschränkungen gibt es vor allem im Fernverkehr, aber auch im Regionalverkehr.

Warum wurde der Fernverkehr zeitweise eingestellt?

Der Fernverkehr wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt, um Fahrgäste, Mitarbeitende und Fahrzeuge vor Gefahren durch Eis, Schnee und Sturm zu schützen.

Welche Auswirkungen haben reduzierte Geschwindigkeiten auf die Fahrtzeit?

Durch die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Schnellfahrstrecken verlängert sich die Fahrtzeit um bis zu 30 Minuten, wodurch Anschlussverluste möglich sind.

Was bedeutet die Winterkulanz der Deutschen Bahn?

Die Winterkulanz hebt die Zugbindung für bestimmte Tickets auf. Fahrgäste können ihre Reise flexibel verschieben, alternative Routen nutzen und Sitzplatzreservierungen kostenfrei stornieren.

Welche Rechte haben Reisende bei Zugausfällen oder Verspätungen?

Reisende haben Anspruch auf Erstattung oder Ersatzbeförderung. Ab 60 Minuten Verspätung gibt es 25 Prozent, ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises zurück.