Abseits bekannter Seebäder zeigt sich die deutsche Ostseeküste von einer ruhigen Seite. Kleine Städte, Inseln und Buchten bieten Natur, Platz und kurze Wege. Viele dieser Orte sind touristisch wenig belastet und bewahren ihren ursprünglichen Charakter, ähnlich wie andere unbekannte Reiseziele in Deutschland. Breite Strände, historische Ortskerne und geschützte Landschaften prägen das Bild. Die folgenden Regionen und Orte gelten als sachlich belegte Geheimtipps.
Inhaltsverzeichnis
- Lubmin
- Greifswald
- Niendorf an der Neustädter Bucht
- Rerik
- Poel
- Glücksburg
- Eckernförder Bucht
- Fischland-Darß-Zingst
- Ueckermünde
- Hiddensee
- Maasholm an der Schlei
- Hohwachter Bucht
Lubmin
Lubmin liegt im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns und blickt auf rund 130 Jahre Badeortgeschichte zurück. Der Ort entstand aus einem Fischerdorf. Der Strand ist breit, feinsandig und selbst in der Hochsaison wenig frequentiert. Markant sind die Seebrücke und mehrere Gebäude der Bäderarchitektur. Von der Küste reicht der Blick über den Greifswalder Bodden. Greifswald liegt nur wenige Kilometer entfernt.
Greifswald
Greifswald befindet sich zwischen Rügen und Usedom und ist die fünftgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Die Altstadt ist geprägt von backsteingotischen Giebelhäusern, dem Rathaus und dem Dom St. Nikolai. Vom Turm ist die Ostsee sichtbar. Der Museumshafen am Ryck umfasst über 70 Schiffe und gilt als größter Museumshafen Deutschlands. Die Wiecker Holzklappbrücke entstand 1887 nach niederländischem Vorbild.
Niendorf an der Neustädter Bucht
Niendorf liegt nahe Timmendorfer Strand, wirkt jedoch deutlich ruhiger. Das Zentrum bildet ein kleiner Fischereihafen, einer der letzten an der Lübecker Bucht. Frischer Fisch wird direkt vom Kutter verkauft. Der Strand ist weitläufig und zählt zu den ruhigeren Abschnitten der Küste, vergleichbar mit stillen Stränden in Deutschland. Richtung Brodten geht er in einen naturbelassenen Abschnitt mit Dünen über. Der Vogelpark Niendorf beherbergt eine der weltweit größten Eulensammlungen.
Rerik
Rerik liegt zwischen Wismar und Rostock an der Wismarbucht. Die Stadt befindet sich auf der Halbinsel Wustrow. Der Strand ist feinsandig, flach abfallend und familienfreundlich. Rad- und Wanderwege führen entlang des Boddenufers. Kleine Buchten sind kaum touristisch erschlossen. Die Ortsmitte besteht aus Cafés, Geschäften und traditionellen Fischerhäusern.
Poel
Die Insel Poel liegt rund zehn Kilometer nördlich von Wismar. Etwa 3000 Menschen leben auf der Insel. Große Hotelanlagen fehlen. Teile des Eilands stehen unter Naturschutz, darunter das Gebiet Fauer See und Rustwerder. Diese geschützten Areale ähneln Strukturen, wie sie auch in europäischen Nationalparks vorkommen. Der Strand Hinter Wangern liegt abgeschieden. Der Naturstrand fällt sehr sanft ins Wasser ab und eignet sich für Familien mit kleinen Kindern.
Glücksburg
Glücksburg liegt an der Flensburger Förde nahe der dänischen Grenze. Die Kleinstadt trägt den Titel nördlichste Stadt Deutschlands. Das Stadtbild prägen alte Häuser, kleine Gassen und Cafés am Wasser. Wahrzeichen ist das Wasserschloss Glücksburg. Es zählt zu den wichtigsten Residenzschlössern Norddeutschlands und gilt als Wiege europäischer Königshäuser. Die Promenade verläuft entlang der Förde. Rad- und Wanderwege führen durch Wälder und Buchten.
Eckernförder Bucht
Die Eckernförder Bucht liegt nördlich von Kiel und wirkt deutlich ursprünglicher als viele andere Küstenabschnitte. Steilküsten, Wälder und Felder prägen die Landschaft. Kleine Orte wie Waabs, Noer, Langholz und Aschau bestimmen das Bild. Das Wasser ist meist ruhig. In Surendorf fehlen große Hotels und Promenaden. Der naturbelassene Strand eignet sich für Spaziergänge und Wassersport.
Fischland-Darß-Zingst
Fischland-Darß-Zingst liegt zwischen Rostock und Stralsund und ist 45 Kilometer lang. Die Halbinsel entstand durch die Schließung von Flutrinnen im 14. und 19. Jahrhundert. Sie besteht überwiegend aus dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Zingst ist der größte Ort. Trotz Bekanntheit bleibt die Region vergleichsweise ruhig. Kurorte und Ostseebäder bieten kurze Wege zur Natur.
Ueckermünde
Ueckermünde liegt am Stettiner Haff im äußersten Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Altstadt ist von Fachwerkhäusern und kopfsteingepflasterten Gassen geprägt. Vom Stadthafen reicht der Blick über das Haff. Das Seebad verfügt über einen flachen Sandstrand. Rund um Haff und Uecker sind Segeln, Paddeln und Radfahren möglich. Das Haffmuseum im Schloss zeigt Fischerei- und Regionalgeschichte.
Hiddensee liegt westlich von Rügen und ist eine autofreie Ostseeinsel. Die Insel ist 17 Kilometer lang und an der schmalsten Stelle 250 Meter breit. Rund 1000 Menschen leben in Kloster, Grieben, Vitte und Neuendorf. Die Landschaft reicht von Bodden über Sandstrände bis zu Steilküsten. Im Norden liegt das Hochland Dornbusch mit dem 60 Meter hohen Dornbuschkliff. Der Süden, der Gellen, ist überwiegend Vogelschutzgebiet.
Maasholm an der Schlei
Maasholm liegt an der Mündung der Schlei. Das Fischerdorf ist geprägt von kleinen Gassen, traditionellen Häusern und einem aktiven Hafen. Nördlich gelegene Ostseestrände sind meist menschenleer. Die Lage eignet sich für Kajak- und Segeltouren. Kilometerlange Wege führen entlang von Buchten, Salzwiesen und Naturschutzgebieten.
Hohwachter Bucht
Die Hohwachter Bucht gilt als ruhige Alternative zu bekannten Ostseebädern. Die Küste bietet feinsandige Strände, Steilküsten und Salzwiesen. Teile gehören zu einem Naturschutzgebiet. Wander- und Radwege verlaufen direkt am Wasser. Wassersport ist möglich. Mehrere Strandabschnitte sind ausgewiesen, darunter Hundestrand und Kurstrand. Kleine Orte wie Hohwacht und Behrensdorf dienen als Unterkunftsstandorte.
FAQ
Was zeichnet stille Orte an der deutschen Ostsee aus?
Stille Orte an der deutschen Ostsee sind durch geringe Besucherzahlen, weitläufige Strände, naturbelassene Küstenabschnitte und eine entspannte Atmosphäre gekennzeichnet.
Welche Region gilt als besonders ruhig an der Ostsee?
Regionen wie die Eckernförder Bucht, Fischland-Darß-Zingst oder die Insel Poel gelten als vergleichsweise ruhig und weniger touristisch überlaufen.
Sind diese Ostseeorte für Familien geeignet?
Viele der genannten Orte verfügen über flach abfallende Sandstrände und ruhige Umgebungen, die sich gut für Familien mit Kindern eignen.
Gibt es an ruhigen Ostseeorten kulturelle Sehenswürdigkeiten?
Ja, Orte wie Greifswald oder Glücksburg bieten historische Altstädte, Museen, Kirchen und bedeutende Bauwerke wie das Wasserschloss Glücksburg.
Kann man an diesen Orten auch aktiv Urlaub machen?
Neben Erholung sind Aktivitäten wie Radfahren, Wandern, Segeln, Paddeln oder Spaziergänge entlang naturbelassener Küsten und Boddenlandschaften möglich.
Sind autofreie Reiseziele an der Ostsee vorhanden?
Mit Hiddensee gibt es eine autofreie Ostseeinsel, auf der der Verkehr stark eingeschchränkt ist und die Natur im Mittelpunkt steht.
Welche Orte liegen abseits großer Seebäder?
Lubmin, Maasholm, Ueckermünde oder Rerik liegen abseits klassischer Seebäder und werden oft nicht als typische Urlaubsziele wahrgenommen.
Wann ist die beste Reisezeit für ruhige Ostseeorte?
Auch in der Hauptsaison bleiben viele dieser Orte vergleichsweise ruhig, besonders entspannt ist es jedoch außerhalb der Ferienzeiten im Frühling und Herbst.
Quelle: REISEREPORTER, PATIZONET