Viele Touristinnen und Touristen sparen jahrelang für eine Fernreise. Die Erwartungen sind hoch. Die Bilder in sozialen Netzwerken sind perfekt. Vor Ort folgt jedoch bei manchen die Ernüchterung. Ein internationales Ranking zeigt nun, welche 10 Städte weltweit besonders häufig als überbewertet gelten – und welche Orte positiv überraschen. Das sogenannte Paris-Syndrom beschreibt eine psychologische Reaktion auf enttäuschte Erwartungen. Der Begriff geht auf einen in Paris lebenden japanischen Psychiater zurück, der das Phänomen in den 1990er-Jahren beobachtete.
Inhaltsverzeichnis
- Paris-Syndrom in Paris Frankreich
- Radical Storage und 97409 Google-Bewertungen
- Cancún Mexiko und Peking China
- Guangzhou China und Lima Peru
- FAQ
Paris-Syndrom in Paris Frankreich
Paris gilt seit Jahrzehnten als Stadt der Liebe. Filme, Bücher und Werbung prägen ein romantisches Bild. Genau hier setzt das Paris-Syndrom an.
Die Definition lautet wörtlich
„Diese sehr reale psychologische Störung wird manchmal von Erstbesuchern in Paris, Frankreich, erlebt, deren Erwartungen an die Stadt so stark romantisiert sind, dass sie überwältigend enttäuscht sind, wenn sie mit der Realität konfrontiert werden.“
Die Realität entspreche oft nicht dem idealisierten Bild. Das könne laut Beschreibung zu körperlichem und psychischem Unwohlsein führen. Das Phänomen betrifft nicht nur Paris, sondern auch andere stark beworbene Metropolen. Wer sehen will, wie schnell Traumziele kippen können, findet mehr hier.
Seit 2021 veröffentlicht das italienische Gepäckaufbewahrungs-Unternehmen Radical Storage jährlich den Paris-Syndrom-Bericht. 2021 lag Paris noch auf Platz 1 der am stärksten überbewerteten Reiseziele. Inzwischen führen andere Städte die Liste an.
Ein zentraler Bezugspunkt der Untersuchung ist der Top 100 City Destinations Report von Euromonitor.
Radical Storage und 97409 Google-Bewertungen
Für die Analyse wurden 97.409 Google-Bewertungen ausgewertet. Berücksichtigt wurden die 10 am häufigsten bewerteten Sehenswürdigkeiten in 100 Städten weltweit.
Ausgeschlossen waren
- russische Städte
- Kiew
- Städte mit weniger als 500 positiven und negativen Kommentaren
Grundlage für die Stadtauswahl waren
- Internationale Besucherzahlen laut Euromonitor
- Der Global Cities Index von Mastercard
Zusätzlich analysierten die Forschenden Schlüsselbegriffe in Bewertungen. So wurde ermittelt, wo Begriffe wie schlecht, enttäuschend oder Abzocke besonders häufig auftauchten. Hinweise zu Regeln und Planung für das Reisejahr 2026 stehen unter Reisen 2026.
Cancún Mexiko und Peking China
Die 10 enttäuschendsten Städtereiseziele laut Ranking
- Cancún
- Antalya
- Punta Cana
- Peking
- Orlando
- Mumbai
- Honolulu
- Johor Bahru
- Kyoto
- Playa del Carmen
14,2 Prozent der Besucherinnen und Besucher von Cancún äußerten laut Studie Enttäuschung über ihren Aufenthalt. Der Begriff Abzocke erschien dort auffällig häufig.
Die chinesische Hauptstadt Peking erhielt den höchsten Anteil an Bewertungen, in denen das Erlebnis als schlecht bezeichnet wurde, nämlich 4,4 Prozent. Orlando folgte mit 3,7 Prozent. Cancún lag bei 3,6 Prozent.
Beim Thema Gastfreundschaft verzeichnete Punta Cana 1,8 Prozent Hinweise auf unhöflichen Service. Antalya erreichte 1,7 Prozent. 0,3 Prozent aller Rezensionen warnten dort ausdrücklich vor Abzocke. Wer den Blick auf Sicherheit in Metropolen erweitern will, findet siehe hier.
Guangzhou China und Lima Peru
Neben den Enttäuschungen nennt der Bericht auch positiv bewertete Städte. Diese gelten als unterschätzt.
Die 10 am positivsten überraschenden Städte
- Guangzhou
- Lima
- Muscat
- Sapporo
- Zhuhai
- Vilnius
- Santiago
- Tallinn
- Shenzhen
- Guilin
- Mekka
- Delhi
Guangzhou erhielt lediglich 0,8 Prozent Negativkommentare. Lima kam auf 1,7 Prozent. Muscat verzeichnete 1,8 Prozent.
Keine deutsche Stadt befindet sich unter den 10 am stärksten überbewerteten Zielen. Auch keine europäische Stadt taucht in dieser Negativliste auf.
Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Erwartung und Wahrnehmung. Sie basieren ausschließlich auf ausgewerteten Online-Bewertungen und statistischer Analyse.
FAQ
Was ist das Paris-Syndrom?
Das Paris-Syndrom ist eine psychologische Störung, die manchmal von Erstbesuchern in Paris, Frankreich, erlebt wird, wenn stark romantisierte Erwartungen auf die Realität treffen.
Wer veröffentlichte den Paris-Syndrom-Bericht seit 2021?
Seit 2021 veröffentlicht das Gepäckaufbewahrungs-Unternehmen Radical Storage mit Sitz in Italien jährlich den Paris-Syndrom-Bericht.
Welche Daten wurden für die Studie ausgewertet?
Ausgewertet wurden 97.409 Google-Bewertungen der zehn am häufigsten bewerteten Touristenattraktionen in 100 Städten weltweit.
Welche Orte waren von der Untersuchung ausgeschlossen?
Ausgenommen waren russische Städte, Kiew sowie Städte mit weniger als 500 positiven und negativen Kommentaren auf Google.
Welche Quellen dienten als Grundlage für die Auswahl der Städte?
Grundlage waren die internationalen Besucherzahlen laut dem Top 100 City Destinations Report von Euromonitor sowie dem Global Cities Index von Mastercard.
Welche Stadt führt das Ranking der enttäuschendsten Städtereiseziele an?
Cancún steht auf Platz 1 der enttäuschendsten Städtereiseziele im Ranking.
Wie hoch war der Anteil enttäuschter Besucherinnen und Besucher in Cancún?
Laut Untersuchung drückten 14,2 Prozent der Besucherinnen und Besucher von Cancún Enttäuschung über ihren Aufenthalt dort aus.
Welche Stadt erhielt den höchsten Anteil an Bewertungen mit der Einstufung „schlecht“?
Peking erhielt den höchsten Anteil an Bewertungen, in denen das Erlebnis als „schlecht“ bezeichnet wurde, nämlich 4,4 Prozent.
Welche Orte folgten bei „schlecht“-Bewertungen nach Peking?
Nach Peking folgten Orlando mit 3,7 Prozent und Cancún mit 3,6 Prozent.
Quelle: REISEREPORTER, SN2 WORLD