Ab 2027 können Reisende wieder in einem historischen Orient-Express-Zug von Paris nach Istanbul fahren. Der legendäre Luxuszug, einst Symbol des internationalen Reisens, wird derzeit von der Hotelgruppe Accor aufwendig restauriert. Die Rückkehr dieses Klassikers markiert ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des europäischen Bahnverkehrs.
Inhaltsverzeichnis:
- Maxime d’Angeac leitet die Restaurierung in Frankreich
- Venice Simplon-Orient-Express von Belmond bleibt aktiv
- La Dolce Vita Orient Express fährt durch Italien
- Die Geschichte des legendären Zuges
Maxime d’Angeac leitet die Restaurierung in Frankreich
In Frankreich werden 17 originale Wagen aus den 1920er- und 1930er-Jahren unter der Leitung des Architekten Maxime d’Angeac restauriert. Der Start war ursprünglich für 2024 geplant, wurde jedoch verschoben. Laut Unternehmensangaben soll die Jungfernfahrt nun 2027 stattfinden. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die Verbindung klassischer Elemente mit moderner Technik. Ziel ist es, den Luxus vergangener Jahrzehnte mit dem Komfort des 21. Jahrhunderts zu vereinen.
Die Hotelgruppe Accor, die die Rechte an der Marke Orient-Express besitzt, will damit ein neues Kapitel im Luxusreisemarkt aufschlagen. Der Zug wird über eine Bar mit grünem Design, einen eleganten Speisewagen und exklusive Suiten verfügen. Die Präsidentensuite soll einen ganzen Wagen einnehmen. Ein Vorgeschmack auf das Projekt ist bereits in einer Art-déco-Ausstellung in Paris zu sehen. Besucher können dort bis zum 26. April 2026 erste restaurierte Elemente besichtigen.
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Venice Simplon-Orient-Express von Belmond bleibt aktiv
Seit 1982 betreibt das Unternehmen Belmond Fahrten mit dem sogenannten Venice Simplon-Orient-Express. Dafür wurden historische Wagen aus den 1920er-Jahren restauriert. Die Strecke führt von London nach Venedig, einmal im Jahr bis Istanbul. Bis heute werden verschiedene Luxusreisen angeboten, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen.
Trotz der Konkurrenz von Accor gilt Belmonds Zug weiterhin als Maßstab für exklusive Bahnreisen. Beide Konzepte verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze: Während Belmond auf traditionelle Routen setzt, plant Accor eine vollständige Wiederbelebung des ursprünglichen Zuges.
La Dolce Vita Orient Express fährt durch Italien
Seit 2024 betreibt Accor zusätzlich den „La Dolce Vita Orient Express“. Dieser Zug fährt ausschließlich durch Italien und besteht aus neu gebauten Waggons im Stil der 1960er-Jahre. Die Ausstattung erinnert an den Glanz vergangener Jahrzehnte, jedoch ohne originale Elemente. Ziel dieser Reisen ist es, Luxus mit italienischer Lebensart zu verbinden.
Hier kannst du den legendären Luxuszug sehen:
Film: YouTube / Kanal Orient Express
Neben den Zügen baut Accor die Marke Orient-Express weiter aus. Dazu gehören Hotels in Rom und Venedig sowie die größte Segeljacht der Welt, die „Orient Express Corinthian“, die 2026 vom Stapel laufen soll. Damit entwickelt sich Orient-Express zu einer umfassenden Luxusmarke, die verschiedene Reiseformen vereint.
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Die Geschichte des legendären Zuges
Der erste Orient-Express startete am 5. Juni 1883 in Paris. Er verband die französische Hauptstadt mit Istanbul, damals Konstantinopel. Anfangs musste die Strecke noch durch Fährverbindungen ergänzt werden, bis sie 1889 vollständig befahrbar war. Der Zug fuhr unter anderem durch Süddeutschland und wurde schnell zum Symbol für luxuriöses Reisen.
Über Jahrzehnte verband der Orient-Express Paris mit Mittel- und Südosteuropa. Er wurde zur Ikone des europäischen Fernverkehrs und prägte das Bild des Reisens in der Belle Époque. Bücher und Filme, wie Agatha Christies „Mord im Orient-Express“ von 1934, trugen entscheidend zum Kultstatus bei.
Nach 126 Jahren endete die Ära am 14. Dezember 2009 mit der letzten Fahrt zwischen Straßburg und Wien. Mit der Wiederaufnahme der Strecke im Jahr 2027 erlebt die Legende nun ihre Renaissance.
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Die Rückkehr des Orient-Express ist nicht nur ein nostalgisches Ereignis. Sie zeigt, wie historische Werte mit moderner Technik verbunden werden können – und dass Luxusreisen auf der Schiene auch im 21. Jahrhundert ihren Platz haben.
Quelle: Reisereporter