Neue Servicepläne sorgen für Streit in der Lufthansa-Crew
Neue Servicepläne sorgen für Streit in der Lufthansa-Crew, Foto: Pixabay

Die Fluggesellschaft Lufthansa bereitet für ihr 100-jähriges Bestehen im Jahr 2026 umfangreiche Änderungen im Service vor. Das Projekt trägt den Namen Fox, was für Future Onboard Experience steht. Geplant sind Verbesserungen in allen Reiseklassen. Doch zwischen Unternehmensleitung und Kabinenpersonal ist ein Streit entbrannt. Im Mittelpunkt steht die Reduzierung der Crew auf den Airbus A350 von 12 auf 11 Mitglieder.

Inhaltsverzeichnis:

Diskussion um Airbus A350 und Allegris-Kabine

Mit der Einführung der neuen Allegris-Langstreckenkabine änderte Lufthansa die Abläufe in der First Class. Bislang betreuten zwei speziell geschulte Flugbegleiter maximal vier Gäste. Künftig soll einer von ihnen je nach Auslastung zusätzlich in der Economy Class aushelfen. Diese Regelung löste Widerstand aus, da die Übergangsphase mit verstärkter Besatzung endet.

Die Personalvertretung des Kabinenpersonals sprach von einem „qualitativen Problem“. Ihrer Ansicht nach gefährde die neue Planung sowohl Arbeitsplätze als auch den hohen Anspruch des Produkts. Das Vertrauen in die Leitung sei gesunken, Verhandlungen zum Servicekonzept Fox wurden abgebrochen.

Projekt Fox mit neuen Serviceelementen

Lufthansa will mit Fox mehrere Neuerungen einführen:

  • 3 statt 2 Menüoptionen in Economy und Premium Economy
  • flexiblere Mahlzeiten in der Business Class
  • neue Textilien und Geschirr

Der neue Bordservice soll pünktlich zum Jubiläum starten. Die Personalvertretung betont jedoch, dass diese Aufwertung mit einer reduzierten Crew kaum umzusetzen sei. Je nach Auslastung würden in der Economy Class nur 4 Flugbegleiter verfügbar sein.

Vor allem in der Premium Economy fürchtet man negative Folgen. Die Vertreter warnen, dass Passagiere „stundenlang vor ihrem leergegessenen Tablett sitzen“ könnten, ohne betreut zu werden.

Warnung vor Überlastung und Risiken

Nach wochenlangen Gesprächen zog die Kabinenvertretung Konsequenzen. Sie verweigerte die Teilnahme an den geplanten Validierungsflügen im Oktober 2025. Stattdessen ruft sie die Belegschaft auf, Erfahrungen aus dem Alltag zu melden. Diese sollen in eine Gefährdungsbeurteilung einfließen.

Die Interessenvertretung warnt vor Überlastung des Personals und vor einer Gefährdung des Sicherheitskonzepts. Das frühere Serviceversprechen „spürbare Sicherheit“ könne unter diesen Bedingungen nicht eingehalten werden. Kritische Grenzen würden ständig überschritten.

Reaktion der Lufthansa

Die Airline teilte mit, dass die Besatzungsstärke in einem umfangreichen Prozess berechnet werde. Nach den ersten Flügen im April und Mai 2025 sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Planung mit 11 Crewmitgliedern umsetzbar sei. Dabei habe man das Feedback der Kabinenbesatzung berücksichtigt.

Lufthansa erklärte weiter, dass auch bei den Validierungsflügen im Oktober Kabinenpersonal an Bord sein werde, dessen Rückmeldungen in die abschließende Bewertung einfließen. Anpassungen einzelner Abläufe seien möglich, die grundsätzlichen Rahmenbedingungen stünden jedoch fest.

Der neue Service soll wie geplant im Frühjahr 2026 eingeführt werden. Damit will Lufthansa zum 100. Geburtstag ein modernisiertes Angebot präsentieren, trotz anhaltender Konflikte mit dem Kabinenpersonal.

Quelle: FOCUS, YouTube