Der Gedanke an eine Insel weckt oft Bilder von Ruhe, Stränden und klarem Wasser. Doch weltweit existieren Orte, an denen Reisen verboten, riskant oder sogar lebensgefährlich sind. Gründe dafür sind Forschung an Krankheitserregern, radioaktive Belastung, extreme Naturgefahren oder bewaffnete Isolation. Zehn Inseln zeigen, warum Vorsicht wichtiger ist als Fernweh und warum sicher reisen eine zentrale Rolle spielt.
Inhaltsverzeichnis:
- Insel Riems Deutschland
- Plum Island USA
- Miyakejima Japan
- North Sentinel Island Andamanen
- Ramree Island Myanmar
- Bikini-Atoll Marshallinseln
- Saba Niederländische Antillen
- Queimada Grande Brasilien
- Danger Island Chagos-Archipel
- Gruinard Island Schottland
Insel Riems Deutschland
Die Insel Riems im Greifswalder Bodden ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Dort befindet sich die älteste virologische Forschungsstätte der Welt. Sie wurde 1910 von Friedrich Loeffler gegründet, einem Schüler von Robert Koch. Anlass war ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche, der eine ganze Region bei Greifswald betraf. Aus Sicherheitsgründen verlagerte Loeffler seine Arbeit auf die Insel.
Geforscht wird bis heute an hochgefährlichen Viren und Bakterien. Während der NS-Zeit untersuchte man dort auch potenzielle Biowaffen. Ein Betreten ist nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt, vergleichbar mit aktuellen Reisewarnungen für Hochrisikogebiete.
Plum Island USA
Plum Island liegt nordöstlich von Long Island im Bundesstaat New York. Auf sieben Quadratkilometern befindet sich ein Hochsicherheitszentrum für Tierseuchenforschung. Die Insel gilt als Sperrgebiet. Zutritt erhalten ausschließlich autorisierte Personen.
Im Juli 2008 sorgte ein Fund nahe Montauk für Aufsehen. Ein unbekanntes, totes Tier wurde angespült. Die New York Times berichtete über Spekulationen, es könne aus Experimenten auf Plum Island stammen. Fachleute identifizierten das sogenannte Montauk-Monster später eindeutig als verendeten Waschbären.
Miyakejima Japan
Miyakejima ist eine Vulkaninsel südlich von Tokio. Japan bewirbt sie aktiv als Reiseziel. Der aktive Vulkan Mount Oyama brach zuletzt im Jahr 2000 aus. Große Aschewolken und massive Schwefeldioxid-Emissionen machten eine vollständige Evakuierung notwendig.
Erst 2005 kehrten die Bewohner zurück. Bis heute existiert ein Alarmsystem. An einigen Orten sind die Gaswerte weiterhin gefährlich hoch. Zeitweise war das Tragen von Gasmasken vorgeschrieben.
North Sentinel Island Andamanen
North Sentinel Island liegt östlich von Indien und misst rund 75 Quadratkilometer. Die Insel wird von den Sentinelesen bewohnt, einem der letzten unkontaktierten Völker der Welt. Sie verteidigen ihre Isolation mit extremer Gewalt.
Seit 1996 gilt ein striktes Betretungsverbot. 2006 wurden zwei Fischer tot aufgefunden. 2018 wurde ein 27-jähriger US-Amerikaner bei einem Missionsversuch mit Pfeilen getötet. 2025 wurde ein weiterer US-Bürger festgenommen, nachdem er sich der Insel genähert hatte. Schätzungen gehen von 50 bis wenigen Hundert Bewohnern aus. Ihre Geschichte reicht etwa 60.000 Jahre zurück.
Ramree Island Myanmar
Ramree Island liegt vor der Küste Myanmars. Im Zweiten Weltkrieg ereignete sich dort das sogenannte Massacre of Ramree. Am 19. Februar 1945 wurden japanische Truppen von britischen und indischen Einheiten eingekesselt.
Rund 1200 Soldaten flohen in Mangrovensümpfe. Berichten zufolge überlebten nur etwa 400. Ursache sollen Angriffe von Salzwasserkrokodilen gewesen sein. Historiker bezweifeln die Zahlen. Das Guinness-Buch der Rekorde führt den Vorfall dennoch als größtes durch Tiere verursachtes Unglück unter Menschen. Bis heute gelten die Sümpfe als extrem gefährlich.
Bikini-Atoll Marshallinseln
Das Bikini-Atoll war zwischen 1946 und 1958 Schauplatz von 23 US-Atomtests. Darunter befand sich die Wasserstoffbombe Castle Bravo. Ihre Sprengkraft war über 1000-mal stärker als die Hiroshima-Bombe.
Radioaktive Belastungen prägen die Region bis heute. Im Boden befindet sich weiterhin Cäsium-137. Kokospalmen und ihre Früchte gelten als kontaminiert. Trotz Dekontaminierungsmaßnahmen ist das Atoll nur eingeschränkt zugänglich.
Saba Niederländische Antillen
Saba ist die kleinste bewohnte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen. Rund 1900 Menschen leben dort. In den vergangenen 150 Jahren wurde kein Ort weltweit häufiger von Hurrikans getroffen. Das berichtete die Zeitung The Telegraph.
Zusätzlich befindet sich dort der Juancho E. Yrausquin Airport. Die Landebahn ist nur 400 Meter lang und endet an steilen Klippen. Landen dürfen ausschließlich speziell ausgebildete Pilotinnen und Piloten.
Queimada Grande Brasilien
Queimada Grande liegt vor der Küste Brasiliens. Die Insel ist Lebensraum von 4000 bis 15.000 Insel-Lanzenottern. Sie zählt zu den giftigsten Schlangen der Welt. Auf nur 44 Hektar herrscht eine extrem hohe Dichte.
Seit über 30 Jahren ist das Betreten nahezu vollständig verboten. Frühere Leuchtturmwärter überlebten nicht lange. Heute dürfen nur Forschungsteams mit ärztlicher Begleitung anlanden.
Danger Island Chagos-Archipel
Danger Island gehört zum Chagos-Archipel im Indischen Ozean. Seit 2010 ist das Gebiet ein Meeresschutzgebiet. Ein Betreten ohne Genehmigung ist verboten.
Politisch ist die Lage angespannt. Großbritannien verwaltet das Archipel, obwohl der Internationale Gerichtshof Mauritius zugesprochen hatte. Danger Island ist unbewohnt, schwer erreichbar und von gefährlichen Strömungen umgeben.
Gruinard Island Schottland
Gruinard Island liegt etwa einen Kilometer vor der Nordwestküste Schottlands. Während des Zweiten Weltkriegs fanden dort Biowaffen-Experimente mit Anthrax statt. Die Insel erhielt den Beinamen Anthrax-Insel.
Ab 1978 begannen Entseuchungsstudien. 1986 wurden 280 Tonnen Formaldehyd in den Boden eingebracht. Seit 1990 gilt die Insel offiziell als anthraxfrei. Besucher meiden sie dennoch. Im März 2022 brannte fast die gesamte Insel. Die Ursache blieb ungeklärt. Weitere Beispiele problematischer Reiseziele finden sich hier.
Diese Inseln zeigen, dass Isolation, Forschung und Naturgewalten reale Risiken darstellen. Reisen dorthin sind entweder untersagt oder mit erheblichen Gefahren verbunden.
Quelle: REISEREPORTER, SN2 WORLD
FAQ
Warum sind manche Inseln für Reisende gesperrt?
Mehrere Inseln sind gesperrt, weil dort an gefährlichen Krankheitserregern geforscht wird, radioaktive Belastungen bestehen oder extreme Natur- und Sicherheitsrisiken auftreten.
Welche Insel gilt als älteste virologische Forschungsstätte der Welt?
Die Insel Riems in Deutschland beherbergt seit 1910 die älteste virologische Forschungsstätte der Welt.
Warum ist Plum Island in den USA nicht zugänglich?
Plum Island ist ein Hochsicherheitszentrum für Tierseuchenforschung und darf nur von autorisiertem Personal betreten werden.
Welche Gefahr besteht auf Miyakejima in Japan?
Auf Miyakejima besteht Gefahr durch den aktiven Vulkan Mount Oyama und durch giftige Schwefeldioxid-Gase.
Warum darf North Sentinel Island nicht betreten werden?
Die Insel wird von den Sentinelesen bewohnt, die jeden Kontakt ablehnen und Besucher gewaltsam abwehren.
Was machte Ramree Island historisch so berüchtigt?
Im Zweiten Weltkrieg kam es dort zum sogenannten Massacre of Ramree, bei dem zahlreiche Soldaten in Mangrovensümpfen ums Leben kamen.
Warum ist das Bikini-Atoll radioaktiv belastet?
Zwischen 1946 und 1958 führten die USA auf dem Bikini-Atoll 23 Atomwaffentests durch, die langfristige radioaktive Schäden verursachten.
Was macht Saba zu einer gefährlichen Insel?
Saba wurde in den letzten 150 Jahren besonders häufig von Hurrikans getroffen und verfügt über einen der gefährlichsten Flughäfen der Welt.
Warum ist Queimada Grande auch als Schlangeninsel bekannt?
Auf der Insel leben Tausende hochgiftiger Insel-Lanzenottern auf sehr kleiner Fläche.
Weshalb wird Gruinard Island bis heute gemieden?
Auf Gruinard Island wurden im Zweiten Weltkrieg Anthrax-Experimente durchgeführt, was ihr den Ruf einer extrem gefährlichen Insel einbrachte.