Weltweit existieren rund 2.200 Nationalparks. Davon befinden sich 300 in Europa. In Deutschland allein gibt es 16 geschützte Areale mit einzigartigen Landschaften und einer reichen Tierwelt. Besucher erleben dort Erholung, Natur und Artenvielfalt. Auch andere Länder des Kontinents bieten beeindruckende Schutzgebiete, die jährlich Millionen Gäste anziehen.
Inhaltsverzeichnis:
- Bayerischer Wald und Nationalpark Sumava
- Wattenmeer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg
- Sächsische Schweiz im Osten Deutschlands
- Hohe Tauern in Österreich
- Plitvicer Seen in Kroatien
- Cinque Terre und Gran Paradiso in Italien
- Caldera de Taburiente auf La Palma
- Nationalparks in Großbritannien
- Dovrefjell Sunndalsfjella und Calanques
- Abisko in Schweden und Lahemaa in Estland
Bayerischer Wald und Nationalpark Sumava
Der Nationalpark Bayerischer Wald ist eines der bekanntesten Schutzgebiete Deutschlands. Er grenzt an Tschechien und umfasst 24.250 Hektar. Rund 40 Wildtier- und Vogelarten leben dort. Besucher nutzen markierte Wege zum Wandern oder Radfahren.
Besonderheiten des Parks:
- Steinzeithöhlen
- Naturkneippanlage
- Wildniscamps
- Hirschgehege
- Baumwipfelpfade
Gemeinsam mit dem Nationalpark Sumava in Tschechien bildet er das „grüne Dach Europas“. Damit zählt das Gebiet zu den größten zusammenhängenden Waldlandschaften Mitteleuropas.
Wattenmeer in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg
Zu den größten deutschen Schutzräumen gehört das Wattenmeer an der Nordseeküste. Es umfasst Wattflächen, Prielen, Dünen und Salzwiesen. Das Motto lautet „Natur Natur sein lassen“. Ziel ist die Bewahrung des Ökosystems.
Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer wurde 1992 UNESCO-Biosphärenreservat und 2011 Teil des Weltnaturerbes. Besucher erreichen die Insel Neuwerk oder Cuxhaven. Dort informiert das Wattenmeer-Besucherzentrum über Tiere und Pflanzen. Wattwanderungen bieten Erlebnisse für Kinder, Hundebesitzer oder Gruppen bei Sonnenuntergang.
Sächsische Schweiz im Osten Deutschlands
Der Nationalpark Sächsische Schweiz zeigt eindrucksvolle Felsformationen im Elbsandsteingebirge. Wälder, Schluchten, Moore und Flüsse prägen die Landschaft. Mit etwas Glück entdecken Besucher Feuersalamander oder Luchse.
Die Region zieht vor allem Wanderer und Kletterer an. Verschiedene Erlebnistouren führen zu Aussichtspunkten, die einen Blick auf die bizarren Sandsteinfelsen ermöglichen.
Hohe Tauern in Österreich
Der Nationalpark Hohe Tauern ist der größte Österreichs und der gesamten Alpen. Seine Fläche ist geprägt von Gletscherfeldern, eiszeitlichen Tälern und Schluchten. Zahlreiche Wasserfälle durchziehen die Region.
Auch Camping ist dort erlaubt. Die alpine Landschaft zählt zu den bedeutendsten Hochgebirgsregionen Europas.
Plitvicer Seen in Kroatien
Der Nationalpark Plitvicer Seen gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Karstgebiet umfasst 16 Seen, die durch Flüsse und Wasserfälle verbunden sind. Jährlich besuchen rund 900.000 Menschen das Schutzgebiet.
Wege entlang der Ufer oder Holzstege über dem Wasser eröffnen vielfältige Eindrücke der Landschaft.
Cinque Terre und Gran Paradiso in Italien
Die Cinque Terre ist seit 1997 UNESCO-Welterbe. Der Küstenstreifen misst 12 Kilometer. Mehr als fünf jahrhundertealte Dörfer liegen an einer steilen Klippenküste.
Der Nationalpark Gran Paradiso wurde 1922 gegründet. Mit einer Höhe von 4.061 Metern erhebt sich der gleichnamige Berg als höchster Gipfel der Grajischen Alpen. Das Areal bietet Lebensraum für Alpensteinböcke, Luchse, Wölfe, Füchse, Hirsche und Bartgeier.
Caldera de Taburiente auf La Palma
Auf der Kanareninsel La Palma liegt der Nationalpark Caldera de Taburiente. Er entstand durch einen Vulkanausbruch vor rund 500.000 Jahren. Das Gebiet zeigt Schluchten, Wasserfälle und den höchsten Punkt der Insel, den Roque de los Muchachos. Seit 1981 gilt es als Europäisches Vogelschutzgebiet.
Nationalparks in Großbritannien
- Northumberland in England grenzt an Schottland und enthält den Hadrianswall, seit 1987 UNESCO-Welterbe.
- Cairngorms in den Highlands ist der größte Park Großbritanniens und zeigt wilde Berglandschaften, Wälder und Bergseen.
- South Downs wurde 2011 gegründet. Typisch sind die Kreideklippen Seven Sisters und Wälder wie Kingley Vale mit 2.000 Jahre alten Eiben.
- Snowdonia in Wales existiert seit 1951. Rund um den Mount Snowdon erleben Besucher Bergwelten, Flüsse und Seen. Eine Zahnradbahn führt zum Gipfel.
Dovrefjell Sunndalsfjella und Calanques
Norwegens Nationalpark Dovrefjell Sunndalsfjella beeindruckt mit Bergen, Tälern und Seen. Moschusochsen und Fjordpferde finden dort Lebensraum. Das angrenzende Fokstumyra ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet.
Der französische Nationalpark Calanques erstreckt sich zwischen Marseille und Cassis. Fjordartige Buchten und Kalksteinmassive prägen das Bild. Das Schutzgebiet ist nur per Boot oder zu Fuß erreichbar.
Abisko in Schweden und Lahemaa in Estland
Der Nationalpark Abisko liegt 250 Kilometer nördlich des Polarkreises in Schweden. Er bietet arktische Wälder, Fjorde und Berge. Besonders im Winter beeindrucken Polarlichter. Elche, Polarfüchse und Luchse leben dort.
Der Lahemaa Nationalpark im Norden Estlands ist eines der größten Areale des Landes. Er umfasst Strände, Kalksteinklippen, Moore und Wälder. Bären, Wölfe, Luchse, Füchse und Wildschweine sind dort heimisch.
Europa verfügt über eine Vielzahl an Nationalparks, die nicht nur Landschaften und Artenvielfalt schützen, sondern auch Menschen einzigartige Naturerlebnisse ermöglichen. Die Bandbreite reicht von Küsten über Wälder bis zu Hochgebirgen. Jedes Schutzgebiet besitzt eigene Besonderheiten, die es lohnenswert machen.
Quelle: Focus