Digitale Ausweise bald im Smartphone nutzbar
Digitale Ausweise bald im Smartphone nutzbar, Pixabay/Foto illustrativ

Ab 2026 sollen alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine digitale Brieftasche, die sogenannte EUDI-Wallet, bereitstellen. Sie wird Reisepass, Ausweis, Führerschein, Visa und Zahlungsmittel auf dem Smartphone bündeln. Die Lufthansa und das spanische Unternehmen Amadeus haben die neue Lösung bereits im Sommer 2025 erfolgreich getestet.

Inhaltsverzeichnis:

Lufthansa und Amadeus testen digitale Brieftasche

Das Pilotprojekt EU Digital Wallet Consortium (EWC) untersucht die Nutzung digitaler Visa, Pässe und weiterer Dokumente. Bei den Tests mit Lufthansa konnten Reisende bereits Check-in, Gepäckabgabe und Boarding mit der Wallet erledigen. In der zweiten Hälfte 2025 folgen Prüfungen an Sicherheitskontrollen und Grenzstellen.

Zu den Partnern gehören Lufthansa sowie Amadeus, ein spanischer Betreiber eines globalen Buchungssystems. Das Unternehmen teilte am 16. September 2025 mit, dass Tausende Menschen die Wallet in den Pilotprojekten erprobt haben.

Die Anwendung bietet zudem die Möglichkeit, biometrische Daten zu hinterlegen. Ein einmal gespeichertes Profil kann mit einem Klick genutzt werden, sodass am Flughafen ein Gesichtsscan genügt.

Nutzung von Reisepass und Ausweis auf dem Smartphone

Mit der EUDI-Wallet sollen Reisende ihre Passdaten künftig per Fingertipp an Fluggesellschaften übertragen können. Das manuelle Eingeben entfällt. Am Flughafen ersetzt das Smartphone Bordkarte und Ausweis.

Reisende können damit:

  1. Einchecken
  2. Gepäck abgeben
  3. Zutritt zur Lounge erhalten
  4. Boarding durchführen

Auch Zahlungen am Flughafen lassen sich direkt mit der Wallet abwickeln. Dokumente können zudem schon vor der Reise an die Grenzkontrolle übermittelt werden. Das reduziert Wartezeiten erheblich.

Sicherheit und Datenschutz bei sensiblen Daten

Die Wallet speichert Informationen ausschließlich auf dem Gerät. Eine Freigabe erfolgt nur nach Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer. Es handelt sich nicht um eine Cloud-Lösung, sondern um ein dezentrales System.

  • Der Quellcode soll öffentlich einsehbar sein.
  • Fachleute können die Technik prüfen.
  • Hohe Anforderungen an IT-Sicherheit gelten verbindlich.

Trotz dieser Maßnahmen sieht die Verbraucherzentrale weiterhin Datenschutzrisiken. Besonders der mögliche Zugriff Dritter könnte kritisch werden.

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Rechtliche Grundlagen in der Europäischen Union

Die Basis für die Wallet bildet die eIDAS-Verordnung. Sie trat im Mai 2024 in Kraft. Bis Ende 2026 müssen alle Mitgliedsstaaten mindestens eine digitale Brieftasche nach einheitlichen Spezifikationen anbieten.

Die Staaten sind verpflichtet, Wallets anderer EU-Länder anzuerkennen. Interoperabilität und definierte Kernfunktionen sind vorgeschrieben. Die EU strebt an, dass bis 2030 rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger eine digitale ID nutzen.

Die EUDI-Wallet soll damit zu einem zentralen Instrument der europäischen digitalen Dekade werden.

Quelle:  Reise Reporter, YouTube, re: publica