Steigende Kosten, höhere Steuern und sinkende Rentabilität führen dazu, dass immer mehr Fluggesellschaften ihre Routen in Deutschland reduzieren. Für Passagiere bedeutet das weniger Auswahl, weniger Direktflüge und höhere Ticketpreise. Schon 2025 hatten viele Airlines reagiert, doch 2026 bringt noch drastischere Einschnitte.
Inhaltsverzeichnis:
- Lufthansa streicht zahlreiche Inlandsflüge
- Ryanair und Eurowings reduzieren stark
- British Airways und Wizz Air ziehen nach
- Folgen für Reisende und Tourismus
Lufthansa streicht zahlreiche Inlandsflüge
Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa kündigte für den Sommerflugplan 2026 deutliche Kürzungen an. An den Drehkreuzen Frankfurt und München fallen wöchentlich rund 50 Flüge weg. Verbindungen nach Toulouse in Frankreich sowie von München nach Tallinn in Estland und Oviedo in Spanien werden gestrichen.
Auch kleinere Flughäfen wie Bremen, Dresden, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg und Stuttgart sind betroffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr betonte, die Standortbelastungen hätten sich seit 2019 verdoppelt. Ohne Entlastungen drohten weitere Kürzungen. Mehr über geplante Veränderungen im deutschen Flugverkehr gibt es unter Lufthansa plant neuen Bordservice zum 100. Jubiläum.
Ryanair und Eurowings reduzieren stark
Auch Billigflieger sind von den steigenden Kosten betroffen. Ryanair strich im aktuellen Winterflugplan über 800.000 Sitzplätze und 24 Strecken an neun deutschen Flughäfen. Besonders Hamburg traf es hart: 60 Prozent des Angebots wurden gestrichen, darunter Flüge nach Málaga, Mailand-Bergamo, Edinburgh und Porto.
Ab Dortmund, Dresden und Leipzig finden keine Abflüge mehr statt. Ryanair erklärte auf ihrer Homepage, die Entscheidung sei „eine direkte Folge des anhaltenden Unvermögens der Bundesregierung, die hohen Zugangskosten in Deutschland zu senken“. Die Lufthansa-Tochter Eurowings kündigte ebenfalls Streichungen an. Ab Sommer 2026 werden Flüge von Nürnberg nach Rom, Heraklion, Kos und Rhodos eingestellt. Auch Dortmund verliert Verbindungen nach Catania, Kavala, Thessaloniki und Split.
British Airways und Wizz Air ziehen nach
Nicht nur deutsche und irische Airlines sind betroffen. British Airways beendet am 29. März 2026 die täglichen Flüge von Köln/Bonn und Stuttgart nach London-Heathrow. Der Flughafen Stuttgart verwies auf die hohen staatlichen Standortkosten, die viele Gesellschaften zum Rückzug zwingen.
Auch Wizz Air kürzt ihr Angebot. Im Winterflugplan 2025/2026 wird in Karlsruhe/Baden-Baden je ein Flug nach Belgrad, Tirana und Timisoara gestrichen. In Dortmund halbiert sich die Zahl der Flüge nach Banja Luka. Mehr Informationen zu europaweiten Reiseänderungen finden Sie unter Fahrplanwechsel 2026 bringt große Veränderungen für Bahnreisende.
Folgen für Reisende und Tourismus
Für Urlauber und Geschäftsreisende verschlechtert sich die Lage spürbar. Die Auswahl an Flugzielen schrumpft deutlich, vor allem ab regionalen Flughäfen. Viele müssen künftig auf Umsteigeverbindungen ausweichen oder höhere Preise zahlen.
Die Kürzungen könnten auch Auswirkungen auf touristische Regionen haben, die stark vom Flugverkehr abhängen. Besonders Inselziele wie Mallorca bleiben zwar erreichbar, doch das Angebot wird knapper. Aktuelle Entwicklungen zu beliebten Urlaubszielen lesen Sie unter Mallorca zwischen Rekord und Rückgang.
Quelle: Bild