Tigermücke erreicht Elsass
Tigermücke erreicht Elsass, Foto: pixabay

Eine erstmals nachgewiesene Infektion mit dem Chikungunya-Virus in Frankreich sorgt für wachsende Aufmerksamkeit. Die betroffene Region liegt nur wenige Kilometer von Deutschland entfernt. Die Asiatische Tigermücke, die als Überträgerin des Virus gilt, breitet sich in Mitteleuropa zunehmend aus. Gesundheitsbehörden sehen darin ein wachsendes Risiko auch für Deutschland.

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Chikungunya-Fall in Lipsheim und Fegersheim bestätigt

Erstmals wurde in Lipsheim und Fegersheim im französischen Elsass ein Chikungunya-Fall registriert. Der Ort liegt nur rund sechs Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Laut Robert Koch-Institut handelt es sich um eine lokal übertragene Infektion. Die betroffene Person hatte sich nicht im Ausland aufgehalten. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch eine infizierte Asiatische Tigermücke erfolgte.

Neben diesem Fall wurden in den vergangenen Wochen sechs weitere Infektionen in Südfrankreich gemeldet. Diese traten in der Region nahe der Mittelmeerküste auf. Zwar ist das Infektionsrisiko in Deutschland derzeit noch niedrig, jedoch beobachten Behörden die Entwicklung genau. Denn die Bedingungen für die Ausbreitung der Tigermücke verschieben sich auch hierzulande.

Tigermücke seit 2007 in Deutschland aktiv

Die Asiatische Tigermücke wurde erstmals 2007 in Baden-Württemberg nachgewiesen. In den Jahren danach breitete sie sich entlang des Oberrheingrabens weiter aus. Heute ist sie in mehreren Bundesländern vertreten, darunter:

  • Baden-Württemberg
  • Rheinland-Pfalz
  • Hessen (vor allem Rhein-Main-Gebiet)
  • Bayern
  • Thüringen
  • Berlin
  • Nordrhein-Westfalen

Die Mücke ist tagaktiv und besonders aggressiv beim Stechen. Anders als einheimische Arten sticht sie auch am Tag. Besonders beunruhigend ist ihre Fähigkeit, tropische Krankheiten wie Dengue, Gelbfieber, das West-Nil-Virus und Chikungunya zu übertragen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Chikungunya-Erkrankung beginnt meist plötzlich und zeigt grippeähnliche Symptome. Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • Hohes Fieber
  • Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Erschöpfung
  • Hautausschlag

Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von sieben Tagen. Gefährlich wird das Virus jedoch für Risikogruppen wie chronisch Kranke, Schwangere und Säuglinge. Laut Robert Koch-Institut wurden zwischen April und Juni bereits 75 Fälle in Deutschland gemeldet – alle nach Aufenthalten im Ausland, etwa auf Mauritius, Sri Lanka oder La Réunion.

Schutzmaßnahmen und Impfung empfohlen

Zur Vorbeugung empfehlen Experten verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Tigermücken. Dazu gehören:

  • Anbringen von Fliegengittern an Fenstern und Türen
  • Verwendung von Insektenspray mit Diethyltoluamid (DEET)
  • Tragen von heller, langer Kleidung
  • Beseitigung von stehendem Wasser (z. B. in Blumentöpfen oder Gießkannen)

Bei Reisen in Risikogebiete wird zur Impfung geraten. Zu diesen Gebieten zählen Bolivien, Kenia, Madagaskar, Sri Lanka, Mauritius und La Réunion. Zwei Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen:

  • Ixchiq (Lebendimpfstoff, empfohlen für Personen zwischen 12 und 59 Jahren)
  • Vimkunya (Totimpfstoff, zugelassen ab 12 Jahren)

Beide Impfstoffe benötigen nur eine Dosis. Der Impfschutz ist nach etwa zwei Wochen vollständig aufgebaut. Die Ständige Impfkommission rät zur Impfung vor allem bei längeren oder häufigen Aufenthalten in betroffenen Regionen. Auch Menschen mit erhöhtem Risiko – etwa mit chronischen Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen – sollten sich beraten lassen.

Die Ausbreitung der Tigermücke und erste lokale Fälle zeigen, dass tropische Krankheiten auch Europa erreichen können. Eine gezielte Vorsorge und öffentliche Aufklärung sind entscheidend, um Infektionsrisiken frühzeitig zu begegnen.

Quelle: Reise Reporter, YouTube