Ein Forschungsteam meldet klare Ergebnisse. Die transkranielle Magnetstimulation reduziert bei Schizophrenie das belastende Stimmenhören signifikant. Die Daten stammen aus einer großen Multizentrumsstudie.
- 138 Erwachsene untersucht
- 7 psychiatrische Universitätskliniken in Deutschland beteiligt
- 15 Sitzungen in 3 Wochen
Inhaltsverzeichnis:
- Universität Tübingen und Christian Plewnia
- Lancet Psychiatrie und Studienaufbau
- Transkranielle Magnetstimulation in der Anwendung
- Schizophrenie und Risikofaktoren
Universität Tübingen und Christian Plewnia
Die Untersuchung wurde von Christian Plewnia an der Universität Tübingen koordiniert. Beteiligt waren sieben universitäre Zentren in Deutschland. Eingeschlossen wurden therapieresistente Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren. Alle litten hartnäckig unter auditorischen Sprachhalluzinationen.
Die Forscher prüften, ob die Methode über Medikamente und Psychotherapie hinaus wirkt. Ziel war eine belastbare Aussage zur Wirksamkeit und Verträglichkeit. Bisher fehlte eine ausreichend große Studie.
Lancet Psychiatrie und Studienaufbau
Veröffentlicht wurden die Resultate in Lancet Psychiatrie. Die Studie gilt als die weltweit erste dieser Größenordnung zur Behandlung des Stimmenhörens mit dieser Technik. Das Design war randomisiert und kontrolliert.
Die Teilnehmenden erhielten über drei Wochen entweder eine aktive Behandlung oder eine Scheinbehandlung. Die aktive Variante nutzte die kontinuierliche Theta-Burst-Stimulation, eine Form der Methode mit kurzen Impulsen. Insgesamt fanden 15 Sitzungen statt.
- Auswahl therapieresistenter Betroffener
- Zuordnung zu aktiv oder Schein
- 15 Sitzungen in 3 Wochen
- Auswertung der Veränderung der Halluzinationen
Transkranielle Magnetstimulation in der Anwendung
Die Methode ist nicht invasiv. Magnetfelder stimulieren gezielt Hirnareale. Bei Stimmenhören werden Bereiche für Sprache und Sprachverstehen adressiert. Die aktive Behandlung senkte nach drei Wochen die Stärke auditorischer Sprachhalluzinationen signifikant stärker als die Scheinbehandlung.
Nebenwirkungen traten selten auf. Am häufigsten waren Kopfschmerzen oder Schwindel. Beide Gruppen meldeten diese Effekte. Die Ergebnisse erweitern die therapeutischen Möglichkeiten über Antipsychotika und Psychotherapie hinaus.
Schizophrenie und Risikofaktoren
Schizophrenie beginnt oft früh. Häufig zwischen 20 und 25 Jahren. Sie kann zu anhaltender Beeinträchtigung führen. Symptome betreffen Wahrnehmung, Denken und Antrieb.
Genetische Einflüsse sind belegt. Umweltfaktoren spielen mit. Die folgenden Zahlen fasst die Literatur aus Familien- und Zwillingsstudien zusammen.
| Gruppe | Geschätztes Risiko |
|---|---|
| Beide Eltern erkrankt | circa 40 Prozent |
| Zweieiige Zwillinge | circa 15 Prozent |
| Eineiige Zwillinge | etwa 50 Prozent |
Das Risiko für schwere Gewalt ist nur leicht erhöht. Häufiger sind Drohungen oder kleinere aggressive Ausbrüche. Das bleibt ein wichtiger Kontext für Versorgung und Entstigmatisierung.
Zum Schluss zeigt die Auswertung eine klare Richtung. Die Methode bietet eine wirksame und gut verträgliche Option für Menschen mit anhaltendem Stimmenhören. Sie lässt sich gezielt einsetzen und kann die Lebensqualität verbessern.
Quelle: Stuttgarter Zeitung, YouTube